Mehr als nur ein Transportmittel – Container sind Büros, Penthäuser,…

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Er ist exakt 2,44 Meter breit, 8,29 Meter hoch und – je nach Ausführung – 6,06 oder 12,192 Meter lang. Und genau diese Normierung ist der Grund, warum der Container seit seiner Erfindung im Jahr 1956 als ideales Transportmittel für Waren aller Art agiert. Weltweit 30 Millionen Stück davon leisten einen wesentlichen Beitrag zum Welthandel. Allein im Rotterdamer Hafen werden täglich 80.000 Container umgeschlagen. Aber so ein Container kann noch mehr. Das stellen immer öfter Architekten, Designer und Künstler zur Schau, die aus der standardisierten Box Wohnräume, Büros, Ateliers, Shops oder Museen machen.

Notlager bis Flagship-Store

Das NRW-Forum Düsseldorf widmet sich bis 4. September im Rahmen einer Ausstellung den verschiedenen Zugängen zum Thema Container-Architektur. „Wir haben vor eineinhalb Jahren dazu aufgerufen, Projekte zum Thema einzuschicken. Das Feedback war enorm, rund 300 Einreichungen wurden geschickt. 145 davon haben wir ausgewählt, wovon 22Projekte als 1:5-Modell ausgestellt wurden“, sagt Werner Lippert, Leiter des NRW-Forums Düsseldorf. Die Einreichungen waren vielfältig: Vom Luxuspenthouse über das transportable Museum bis zur Notunterkunft war alles dabei. „Besonders ergriffen haben uns die ,Seacan Cabins‘“ in Costa Rica. Aus der Not heraus werden hier Container zu Wohnungen umgebaut, weil die Leute nichts anderes haben“, so der Kurator. Eine andere Motivation steht hinter jenen Projekten, bei denen Container zu Konsumtempeln umfunktioniert werden. So macht sich etwa die „Puma City“ die Mobilität der Boxen zunutze und reist mit seinen Verkaufsräumen um die Welt. Der Taschenfirma Freitag, die sich auf Accessoires aus Lkw-Planen spezialisiert hat, ist mit ihrem Turm aus alten Seefrachtcontainern als Flagship-Store ein Stück Branding-Architektur gelungen: Der Recylinggedanke zieht sich durch.

Die Baugenehmigung gilt oft nur für ein paar Jahre. Danach werden die Container wieder in ihrer ursprünglichen Funktion eingesetzt. „Es ist einfach spannend, etwas, das es schon gibt, aus dem Verkehr zu ziehen, anders einzusetzen und dann wieder seiner ursprünglichen Funktion zurückzugeben.“, so Lippert über die Vorzüge der Container.

Der Gedanke der Mobilität und Flexibilität wird auch in dem Projekt der niederländischen Gruppe Sculp(it) deutlich. Dort wechseln allerdings weniger die Container, sondern die Bewohner. 30 Boxen wurden auf einem Schiffsrumpf zu Studentenwohnungen inklusive Balkon umfunktioniert. Das Gegenstück dazu ist wohl das „Quik House“, ein luxuriöses Penthouse inklusive Kamin und Edelstahlküche. 175.000 Dollar sind für diese Bleibe zu zahlen. Ein stolzer Betrag, wenn man bedenkt, dass ein neuer Container um rund 3000 Euro zu haben ist, gebraucht gibt es sie bereits um 800Euro.

Provisorium für Kunst bis KiGa

Dass die architektonische Auseinandersetzung mit den Transportbehältnissen bald ausgeschöpft ist, glaubt Lippert nicht: „Vor 20 Jahren hat man professionell damit begonnen.“ So sorgte in Österreich im Jahr 1991 ein blau-gelber Container auf dem Karlsplatz für Aufsehen: Er diente der Kunsthalle bis zu ihrem Umzug ins Museumsquartier als jahrelange Hauptunterkunft, heute steht auf dem ehemaligen Containerplatz ein Café – allerdings aus Glas.

Doch auch Apotheken, Kindergärten, Gastronomiebetriebe oder Wohnheime siedeln baustellenbedingt in entsprechende Containerlösungen. Die standardisierte Box wird also weiterhin nicht nur an Häfen und auf Frachtschiffen anzutreffen sein.

www.nrw-forum.de
www.containex.at

Quelle: DiePresse, Print-Ausgabe, 30.07.2011

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