Das Haus ABC: E – Der Energieausweis für Dein Haus!

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Das Haus ABC: in dieser neuen Blog-Kategorie zeigen wir Dir innovative Ansätze von A bis Z, zum Thema HausBAU. Wie immer geben wir Dir gute Tipps und zeigen Dir viele Möglichkeiten, um Dein Leben einfacher und angenehmer zu gestalten.

Von A bis D bist Du schon informiert, und nun ist es Zeit für E wie Energieausweis! Die Reduktion des Energieverbrauchs ist eines der zentralen Erfordernisse unserer Zeit. Für jeden Neubau und mittelfristig auch für jeden Altbau muss nachgewiesen werden können, wie sehr oder wie wenig sparsam sein Energiehaushalt ist. Zu diesem Zweck wurde der Energieausweis eingeführt. Der Energieausweis ist ein Dokument, das ein Gebäude energetisch bewertet.

Was genau ist der EA? Wen betrifft der EA? Was bringt der EA? Wer erstellt den EA?

Der Energieausweis für Dein Haus:  Sowie für Dein Auto der Verbrauch pro 100 km bekannt ist, zeigt der Energieausweis wie viel Wärme je Wohnfläche benötigt wird. Der Energieausweis ist eine Bewertung über die energetische Qualität eines Gebäudes, mit der standardisierten Berechnung können verschiedene Gebäude bezüglich dieser Qualität miteinander verglichen werden. Für HausbesitzerInnen ist es Pflicht, bei einem Neu-, Zu-, oder Umbau eines Gebäudes bzw. für Verkauf, Verpachtung und Vermietung einer Immobilie, einen Energieausweis ausstellen zu lassen. Ebenso ist der Energieausweis die Basis fast jeder Wohnbauförderung.
Wir haben bereits in unserem Blog berichtet, siehe “Förderung: Energieeffizienz, CO2 Einsparung, o. ä. bei Sanierungen bzw Neubauten“.

Wer erstellt meinen Energieausweis? Der Energieausweis ist von einem nach den für die Berufsausübung maßgeblichen Vorschriften Berechtigten oder einer akkreditierten Prüfstelle auszustellen. Das Ziviltechnikergesetz ermächtigt alle ZiviltechnikerInnen im Rahmen der (jeweiligen) Befugnis zum Ausstellen eines Energieausweises. Energieausweis-Aussteller nach Bundesland

Checkliste zur Bauteilbeschreibung: Um einen Energieausweis erstellen zu können, werden einige Unterlagen (Gebäudepläne, Bauphysik, Heizungssystem, etc) benötigt. Mit gut vorbereiteten Unterlagen kannst Du den Aufwand und die Kosten reduzieren! Beim Neubau ist dies meist gar kein Problem, da die erforderlichen Daten am Einreichplan stehen. Bei bestehenden Gebäuden sind unter anderem folgende Informationen wichtig: Hat das Haus einen Balkon, unter dem ein Wohnraum liegt? Hat das Haus einen Aussenbereich, über dem ein Wohnraum liegt (zb Eingangsbereich)? Wir der Keller/der Dachraum genutzt und beheizt? Ist die Garage direkt angrenzend? All diese Fragen müssen im Detail beantwortet werden (Aufbau der Decke, Material der Wände, etc). Die Checkliste sowie diverse Beispiele für Bauteilbeschreibungen findest Du hier.

Welche Kosten entstehen für die Erstellung? Die Kosten sind nicht reguliert und somit mit dem Ersteller (siehe Liste oben) direkt zu verhandeln. Als Richtwert wird manchmal 1 Euro pro Quadratmeter genannt. Dieser Richtwert ist jedoch eher nur im Mehrfamilienhausbereich anwendbar. Bei kleinen Gebäuden (typische Einfamilienhäuser) liegt der Preis meist etwas darüber, da mit zB. 180,- inkl. USt. kaum ein seriöser Ausweis erstellbar ist. Speziell bei Altbauten mit vielen Bauteilen und schlechten Plänen können die Kosten deutlich höher sein.

Was passiert wenn kein Energieausweis vorhanden ist? Wenn trotz Verpflichtung zur Erstellung kein Energieausweis vorgelegt wird (zB. bei Vermietung oder Verkauf), ist dennoch keine direkte Strafe vorgesehen. Allerdings wird dann davon ausgegangen, dass die Gesamtenergieeffizienz des Gebäudes dem Alter und der Art des Gebäudes entspricht. Somit dient der Energieausweis auch dem Schutz des Verkäufers: Wenn kein Energieausweis vorgelegt wird und das Gebäude nicht eine dem Alter und der Art entsprechende Gesamtenergieeffizienz aufweist, kann der Käufer oder Mieter Gewährleistungsansprüche stellen (bei Vermietungen heißt das in der Praxis Preisminderung, also Reduktion der Miete). Dies lässt sich übrigens nicht durch einen Vertragspassus ausschließen. Derartige vertragliche Vereinbarungen sind nicht rechtswirksam.

Ausstellung, Verwendung, Grundsätze und Grundlagen: Über 40 Prozent des Energieverbrauchs in der EU fallen im Gebäudebereich an. Deshalb entwickelten die EU-Mitgliedstaaten Programme zur Energieeinsparung, allerdings bleiben noch immer große Einsparpotentiale ungenutzt. Um dies zu ändern, wurde die Richtlinie 2002/91/EG des Europäischen Parlamentes und des Rates beschlossen. Sie ist am 4.1.2003 in Kraft getreten und muss von den EU-Staaten innerhalb von drei Jahren, bis Januar 2006 in nationales Recht umgesetzt werden: in Deutschland in der Energieeinsparverordnung (EnEV), in Österreich durch die jeweiligen Landesgesetze und das Energieausweis-Vorlage-Gesetz (EAVG), etc. Wir beziehen uns in diesem Blogbeitrag auf die Österreichischen Standards.

Die Österreichischen Standards: Für Österreich gibt es drei Standards nach Bauvorschrift ÖNORM H 5055 für den Energieausweis:

  • Niedrigenergiehaus B
  • Niedrigstenergiehaus A und
  • Niedrigstenergiehaus A+

in den technische Bauvorschriften 2008 wurde neugeregelt, dass der Grenzwert nicht absolut festgelegt ist, sondern von der Gebäudeform und der Gebäudegröße abhängt (bezogen auf ein Einfamilienhaus mit 150 qm und Vier-Personen-Haushalt (ohne Warmwasser); die Werte sind Richtwerte)

Kurz noch: Erklärung der Begriffe im Energieausweis für Wohngebäude
(Quelle: www.energiesparausweis.at)

  • Spezfischer Heizwärmebedarf HWB (Energiekennzahl): Der spezifische Heizwärmebedarf (die eigentliche Energiekennzahl) ist der gebräuchlichste Vergleichswert, um die thermische Qualität der Gebäudehülle zu beschreiben. Diese Energiekennzahl wird in kWh/m².a angegeben (sprich: Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr). Sie sagt aus, wieviel Energie dein Haus pro Quadratmeter Fläche im Jahr für die Raumwärme benötigen würde, wenn es am Referenzstandort stehen würde (also auf Basis eines Referenzklimas, nicht am tatsächlichen Standort). Damit ist dieser Wert zum Vergleich der thermischen Qualität von Häusern sehr gut geeignet. Um den Kennwert auf einen Blick abschätzen zu können wird er neben die farbige Skala in der entsprechende Kategorie gedruckt.
  • Spezifischer Heizwärmebedarf HWB (standortbezogen): Dieser Heizwärmebedarf beschreibt den zu erwartenden Energieverbrauch bei deinem Haus. Je nach deinem Benutzerverhalten (energiesparendes Verhalten) kann dein tatsächlicher Verbrauch auch abweichen. Bei Neubauten ist im ersten Jahr der Verbrauch oft deutlich erhöht, weil Bauteile noch austrockenen müssen.
  • Warmwasserwärmebedarf WWWB, Heiztechnikenergiebedarf HTEB: Der Energiebedarf für die Warmwasserbereitstellung und der Energiebedarf für die Verluste der Heizungsanlage (bei Erzeugung, Speicherung, Verteilung und Abgabe).
  • Endenergiebedarf: Die notwendige von außen zugeführte Energiemenge für Raumwärme und Warmwasser (zB. der Strom für die Wärmepumpe oder der Energieinhalt der gelieferten Pellets). Mit dieser wird also nicht nur der Bedarf für Heizung und Warmwasser gedeckt, sondern auch alle Verluste, die dabei entstehen.
  • Brutto-Grundfläche: Wird auch als Bruttogeschoßfläche oder Bruttogrundrissfläche bezeichnet. Die Bruttogrundfläche ist die Summe aller Flächen inklusive der Wände (ohne Wände wäre es die Nettogeschoßfläche). Auf diesen Wert wird der jährliche Energiebedarf bezogen.
  • Kompaktheit (A/V-Verhältnis): Diese stellt einen Kennwert für die Gebäudegeometrie dar. Nähere Details dazu findest Du hier.
  • Klimaregion: In der Realität wird das Haus einen anderen Energiebedarf haben als am Referenzstandort. Aus diesem Grund wird das Standortklima mittels der Klimaregionen berücksichtigt.
  • Klimadaten: Die Klimadaten beschreiben die langjährigen Durchschnittswerte für deiner Bauadresse. Die Heiztage beschreiben die Anzahl der Tage, an denen in durchschnittlichen Häusern geheizt werden muss. Die Heizgradtage beschreiben dazu noch, wieviel Temperaturunterschied an den Heiztagen zwischen außen und innen besteht. Die Normaußentemperatur gibt die kälteste Durchschnittstemperatur im Jahr an (im langjährigen Durchschnitt). Die Globalstrahlung ist jene Energie, die von der Sonne auf einen m² ebene Fläche während einer Heizperiode geliefert wird.
  • Der U-Wert: Der U-Wert beschreibt bei einem Bauteil (z.B. Wand oder Fenster) den Wärmedurchgang je Quadratmeter und Grad Temperaturunterschied zwischen innen und außen. Der U-Wert sollte also bei jedem Bauteil der thermischen Hülle möglichst niedrig sein. Im Energieausweis ist deshalb auch der mittlere U-Wert der Gebäudehülle angegeben.

Viel Spass beim Bauen, Kaufen, Mieten,… und wir hoffen das Thema Energieausweis ist jetzt ein wenig verständlicher und keine allzu hohe Hürde mehr!

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